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Odessa - mehr als eine Treppe

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...aber eben auch. Und so mancher kommt dann vielleicht auch erst einmal nur, um dieses berühmte Requisit aus Eisensteins Film "Panzerkreuzer Potjomkin" in Augenschein zu nehmen. Dabei hat die von Katharina II. wie Cherson mit einem traditionsreichen griechischen Namen versehene Stadt bedeutend mehr zu bieten.

Odessas Geschichte geht bis auf eine im 11. Jahrhundert durch die Polovezer, einem nomadischen Turkvolk, zerstörte Ansiedlung zurück. Slawen folgten diesen und dann die Osmanen, bis Russen und Kosaken Letztere vertrieben. Ein Kriegs- und Handelshafen wurde angelegt, die Stadt ausgebaut.

Das Standbild ihres ersten Gouverneurs, des französischen Emigranten Emmanuel Richelieu findet man nahe der bewussten Treppe auf dem Primorskyj bulvar. Kein alter Römer also, wenn auch ganz im klassizistischen Stil der Zeit dargestellt. Und es ist diese Epoche der versuchten Rückbesinnung auf die Antike, die der Stadt nicht nur ihren Namen, sondern auch einen wesentlichen Teil ihres architektonischen Gepräges gibt. Die Gebäude entlang des schattigen breiten Boulevards geben eine guten Überblick über das 19. Jahrhundert in Odessa.

Besonders beeindruckend sind die ehemaligen Residenz des Grafen Woronzow (1782-1856) mit ihrer Sulenfassade, das aus dem Jahr 1880 stammende Kulturhaus der Seemänner und die ehemalige Börse, erbaut 1829.

Unbedingtes Muss sind natürlich auch die von 1884-1887 nach einem Brand neu errichtete Oper (eine Kopie der Mailänder Scala) und die berühmte Odessaer Passage mit ihren Stuckfiguren, eine Einkaufspassage des vorletzten Jahrhunderts, die bei schlechtem Wetter zum Flanieren und entspannten Shoppen einlädt.

Vieles trägt zum ganz speziellen Gesicht Odessas bei. Hier lebten von Anfang an die verschiedensten Völker des südlichen Teils des russischen Imperiums zusammen: Griechen, Juden, Italiener, Türken, Polen und natürlich Ukrainer und Russen. Davon zeugten am Ende des 19. Jahrhunderts nicht weniger als 65 Gotteshäuser der verschiedenen Konfessionen. Darunter allein 11 Synagogen.

Künstler und Intellektuelle wurden schon immer magisch von der Stadt am Schwarzen Meer angezogen. Hier lebten Adam Mickiewicz und Vasilij Kandinski, Alexander Puschkin wurde hierher verbannt, der junge Mendelejew lehrte am örtlichen Lyzeum, die Namen Tschaikowski, Rimskij-Korsakow und Schaljapin sind mit der Oper verbunden; Il’f und Petrov (Die zwölf Stühle) stammen von hier und auch Isaak Babel und Valentin Katajew lebten in Odessa.

Top Sandwich  Von dieser Firma gibt es viele Läden in der ganzen Stadt. Sie bieten eine breite Auswahl an Sandwiches, Heiss- und Kaltgetränke und eignen sich also für ein Frühstück oder die schnelle Küche unterwegs beim Stadtrundgang. Hervorzuheben ist das Vorhandensein eines kostenlosen WLAN- Internetzuganges in allen Läden. Mittlere Preisklasse.

Bierhaus Nördlinger (Pivni Dom), Preobrazhenskaya  Zwischen den Designerläden der Edelmeile, Boutiquen und vermeintlichen Gourmettempeln duckt sich eine Bierkneipe ins Geschehen, die hier so eigentlich nicht sein dürfte, den Ukrainern aber auf den Leib geschnitten ist. Mit rustikalem, grundehrlichen Interieur und günstigen Preisen stellt sie sich als das dar, was sie wirklich ist - eine Trinkhalle. Hier trifft sich denn auch der echte Ukrainer mit seinen Freunden, um Bier zu trinken, zu quatschen, zu rauchen und miteinander Spaß zu haben. Wer also den Ukrainer im echten Leben treffen und kennenlernen möchte, ist hier genau richtig. Untere Preisklasse.

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