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Das Goldene Hufeisen um LembergStädte und Regionen der Ukraine
Rund um Lemberg stehen viele kleine Schlösser, Kloster und Burgen, die von der vielfältigen, abwechslungsreichen Geschichte Galiziens und den kulturellen Höhepunkten der Region um Lemberg zeugen. Sie werden als "Das Goldene Hufeisen von Lemberg" bezeichnet. Geschichts- und Kulturliebhabern empfehlen wir einen Besuch des Goldenen Hufeisens als Erweiterung einer Reise nach Lemberg.
Zhovkva
Das mittelalterlich erhaltene Zhovkva ist ein Anziehungspunkt
für Kultur-, Architektur- und religionsgeschichtlich Interessierte. Die
1594 gegründete Stadtfestung, die im 18. Jahrhundert dem polnischen König
Jan III. Sobieski als Residenz diente, ist seit jeher ein Zentrum der Schönen
Künste und bewahrte sich diese Tradition gegen alle historischen Widerstände
bis in die heutige Zeit.
Mehrere Stadtumbauten liessen ein einzigartiges, wunderschönes Stadtensemble entstehen, das bis heute noch die städtebaulichen Strukturen des 17./18. Jahrhunderts widerspiegelt. So wurde direkt vor dem Stadtschloss von Zhovkva ein ausgedehnter Marktplatz mit kleinen Brunnen angelegt. Die den Markt umgebenden Häuser der Händler besaßen Arkaden, um die ausgelegten Waren und ihre Käufer bei Regen zu schützen.
Die Stadt war und ist ein religiöses Zentrum Galiziens, was
allein die Dichte der Kirchen und Klöster in Zhovkva beweist. Besonders sehenswert
sind die St. Laurentius Parochialkirche mit den reich verzierten Grabstätten
der Familien Danilovytch, Sobieski und Zolkiewski, die Synagoge von Zhovkva
mit ihrer unverwechselbaren Renaissancefassade, das Basiliuskloster mit
der Christi Geburt Kirche mit einzigartigen Gemälden von Juri Butsanyuk und
das ehemalige Dominikanerkloster mit der St. Joseph Kirche.
Am Rande Zhovkvas zeugen die beiden Holzkirchen der "Heiligen Dreieinigkeit" und der "Geburt der Heiligen Jungfrau" vom großen Können der Handwerker und Kirchenbauer Galiziens.
Empfehlenswert ist auch ein Ausflug in das nahegelegene Krekhiv mit dem Basiliuskloster aus dem 18. Jahrhundert mit der Sankt Niklaus Kirche, in dem auch heute noch ein theologischem Seminar untergebracht ist. Markant für dieses Wehrkloster sind die massiven Mauern, die Schutztürme und das Eingangstor. Die gesamte Klosteranlage wurde in den 90er Jahren restauriert und steht Besuchern in voller Schönheit zur Besichtigung zur Verfügung.
Olesko
Einst war das Schloss Olesko eine mächtige Festung. Im 13. und 14. Jahrhundert wehrten hier die Truppen der Kiewer Rus Angriffe aus dem Westen ab. Durch die Jahrhunderte hindurch wurde sie immer stärker befestigt, die Anlage wuchs.
Nach der Eroberung durch die Polen wurde Olesko zur Residenz der jeweiligen Magnaten umgewidmet und fortan residierten und spazierten hier die großen polnischen Familien dieser Zeit. Der polnische König Jan III Sobieski wurde hier geboren und verlebte hier auch seine Kindheit. Ein großer Park wurde um das Schloß herum angelegt, der Besuchern auf Spaziergängen bis heute angenehme Erholung und anregenden Kunstgenuss bietet.
Das Schloß selbst wurde im 17. Jahrhundert im Renaissancestil umgebaut und ist ein architektonisches Kleinod der Region. Aus der Tradition Jan Sobieskis, der ein großer Kunstkenner und -sammler war, beherbergt das Schloß auch heute noch eine bedeutende Kunstsammlung aus mehreren Jahrhunderten.
Pidhirtsy
Bei einem Spaziergang durch den großen Lindenpark Pidhirtsys öffnet sich auf einmal das Ensemble und gibt den Blick weit über das Land frei. Hier steht auf einer Anhöhe das wohl schönste und bedeutendste Spätrenaissanceschloß Osteuropas. Seine besondere Anlage, die reich verzierten Fassaden und der bereits erwähnte Ausblick lassen heute noch das ungezwungene Lustwandeln seiner Bewohner in den Jahrhunderten erahnen.
Hier residierten berühmte polnische Fürsten und Könige, Stanislaw Koniecpolski und Jan III. Sobieski.
Das Schloß wird gerade umfangreich restauriert und soll ab Sommer 2008 in neuem Glanz erstrahlen. Dann zieht hier auch eine Filiale der Kunstgalerien Lemberg ein, die über einen riesigen Fundus an Gemälden und Skulpturen verfügen. In der Kreuzerhöhungskirche, die zum Schloß gehört, finden heute Gottesdienste in ukrainischer und polnischer Sprache statt.
Besucher des Schlosses Pidhirtsy empfehlen wir, auch der St. Michael Kirche, einer gut erhaltenen traditionellen Holzkirche, und dem nahegelegenen Basiliuskloster einen Besuch abstatten.
Zolochiv
Das Schloß in Zolochiv aus dem 17. Jahrhundert gilt als Muster damaliger Wehrbaukunst. Zum Schutz gegen Angriffe wurde der Schloßkomplex von mächtigen Mauern und Wällen mit starken Bastionen umgeben, die mit Kanonen bestückt wurden. Das Schloß war zu seiner Zeit eine der modernsten Festungen.
Heute kann man den Spätrenaissancepalast und den chinesischen Palast besichtigen, in denen orientalische und europäische Kunstexponate aus der umfangreichen Sammlung der Lemberger Gemäldegalerie ausgestellt werden.
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